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Forschungsprojekte zu COVID-19 an der Ruhr-Universität Bochum


Die Pandemie verändert in jeder Hinsicht das Leben in Deutschland. Studierende sind besonders hiervon betroffen, denn die Universitäten haben den Unterricht auf eine hauptsächlich digitale Plattform verlegt. Die hierdurch entstandene Zunahme der sozialen Distanz bedeutet insbesondere für Studierende, die sich fernab ihrer Heimat aufhalten, zusätzlichen Stress. Mehrere Untersuchungen konnten bereits auch den negativen Einfluss der Pandemie auf den psychischen Zustand Studierender zeigen.
 
Das Coronavirus SARS-CoV-2 hat bei jungen Erwachsenen meistens einen eher milderen Verlauf. Die Übertragung wird durch enge Lebensverhältnisse begünstigt. Aus diesem Grund ist die Untersuchung des Auftretens von Infektionen mit diesem Coronavirus bei Studentinnen und Studenten in Wohnheimen von besonderem Interesse. Während des Wintersemesters 2020/2021 (November 2020 bis Februar 2021) wurden von einer Bochumer Forschungsgruppe mehr als 800 Studentinnen und Studenten, die in Studentenwohnheimen des AKAFÖ (Akademisches Förderungswerk) in Bochum wohnen, im Rahmen einer viermonatigen Untersuchung  regelmäßig auf das Vorhandensein des Virus getestet.
 
Hierbei nutzte das Team um Studienleiter Prof. Schmidt und dem Studienarzt Torres Reyes neben etablierten Untersuchungsverfahren wie die Antikörperbestimmung im Blut auch die eher neuartige Methode der Viruserkennung im Rachenspülwasser. Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mussten hierzu nicht die häufig als unangenehm empfundenen Abstriche über sich ergehen lassen, sondern konnten eine Probe durch Gurgeln einer ungefährlichen Salzlösung abgeben.

Projektleitung:

Prof. Dr. med. Wolfgang E. Schmidt - wolfgang.schmidt@klinikum-bochum.de

Studienarzt:

Christian Torres Reyes - christian.torresreyes@klinikum-bochum.de

Pressekontakt:

Dr. Jürgen Frech - juergen.frech@klinikum-bochum.de

Förderung:

Das Projekt wird im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und wird von Prof. Dr. med. Schmidt in Kooperation mit Prof. Steinmann (Abteilung für molekulare und medizinische Virologie, RUB) und Prof. Timmesfeld (Abteilung für medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, RUB) geleitet.

Presse:

COMPliaNCE hat das Ziel die Komplexität von Pandemien aus einer integrierten multidisziplinären Perspektive zu untersuchen, indem es sich auf Beiträge aus Ökonomie, Ethik, Psychologie und Virologie stützt. Es trägt zu einer fundierten modellbasierten Politikgestaltung bei, indem es die möglichen Folgen alternativer Politikszenarien analysiert. Es werden verschiedene sozio-ökonomische Szenarien entwickelt und verwendet, um die Effektivität verschiedener Politik-Mixe zu testen, um die Pandemie zu bekämpfen und die wirtschaftliche Erholung anzugehen. Im Einzelnen hat das Projekt vier Hauptziele:

  1. Die Entwicklung eines agentenbasierten Modells und dessen Anwendung zur Analyse der virologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen und der Effektivität verschiedener politischer Interventionen zur Bekämpfung von Epidemien wie der derzeitigen SARS-CoV-2-Pandemie. Insbesondere konzentrieren wir uns darauf, wie die Regierung die Effektivität der Interventionen durch geeignete Kommunikationsstrategien erhöhen kann. Das Modell wird mit Daten aus dem Ruhrgebiet empirisch validiert.
  2. Die Untersuchung der psychologischen Grundlagen effektiver politischer Interventionen. In einer Demokratie ist es weder möglich noch wünschenswert, die Interventionen nur mit Gewalt durchzusetzen. Die freiwillige Befolgung der verordneten Maßnahmen ist entscheidend für deren Wirksamkeit. Wir erforschen daher, wann und warum sich die Menschen an die Restriktionen zur Pandemiebekämpfung halten.
  3. Die Untersuchung der virologischen Grundlagen effektiver politischer Interventionen. Um effektive Gegenmaßnahmen zu entwickeln, ist es notwendig, das Auftreten aktiver Virusinfektionen und die Entwicklung von Antikörperreaktionen zu verstehen. Dieses Wissen ist wichtig, um zu erkennen, welche Maßnahmen aus medizinischer Sicht empfehlenswert sind, um gefährdete Gruppen zu identifizieren und um den Verlauf der Pandemie vorherzusagen.
  4. Die Untersuchung der ethischen Zielkonflikte während der Pandemie. Das Gesamtziel des ethischen Projekts ist es, Kriterien für eine fundierte moralische Bewertung verschiedener Politiken und Politikoptionen bezüglich der Corona-Pandemie zu entwickeln. Diese werden auf die Politiksimulationsszenarien angewandt.

Das fächerübergreifende Projekt wird nützliche Daten und theoretische Instrumente bereitstellen, die die öffentliche Politik bei der Bewältigung von Pandemien, wie der aktuellen COVID-19-Pandemie, leiten können. Die Daten werden aus der Labor- und Feldforschung in der Virologie und Sozialpsychologie gewonnen. Die theoretischen Instrumente sind das agentenbasierte Modell, das mit den generierten Daten validiert und als Politiksimulator verwendet wird, sowie die ethischen Kriterien zur Bewertung verschiedener Politikoptionen mit widersprüchlichen Zielen.

Kontakt:

Prof. Dr. Wilhelm Hofmann - wilhelm.hofmann@rub.de (Sozialpsychologie)

Prof. Dr. Michael Roos - michael.roos@rub.de (Makroökonomik)

Dr. Paola D'Orazio - paola.dorazio@rub.de (Makroökonik)

Prof. Dr. Klaus Steigleder - klaus.steigleder@rub.de (Angewandte Ethik)

Prof. Dr. Eike Steinmann - eike.steinmann@rub.de (Virologie)

Förderung:

COMPliaNCE wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ist ein multidisziplinäres Projekt der Abteilungen für Sozialpsychologie, Makroökonomik, Angewandte Ethik und Molekulare und Medizinische Virologie.

Presse:

Über den Krankheitsverlauf von SARS-CoV-2 bei Kindern ist noch nicht viel bekannt.
Die Infektion verläuft bei Kindern meist eher mild, was in sich problematisch ist. Häufig fällt deswegen nicht auf, wenn sich Kinder mit Covid-19 infiziert haben, sie sind jedoch trotzdem ansteckend und können so eine Gefahr für Erwachsene darstellen.

Das CorKID-Projekt will in einer Studie an über 3000 Kindern und Jugendlichen zwischen 1/2  bis 18 Jahren und deren Familien untersuchen, inwieweit sich in Bochum, Herne und Umgebung die Infektion mit Covid-19 bereits unter Kindern verbreitet hat. In der Studie soll untersucht werden, wie viele Kinder (und andere Familienangehörige) im Raum Bochum bereits eine Infektion mit Covid-19 durchgemacht haben. Dazu werden bei Kindern, die für eine Vorsorgeuntersuchung (U-Untersuchung) in die Kinderarztpraxis kommen, Antikörper gegen SARS-CoV-2 bestimmt. So wird getestet, ob sie die Infektion schon durchgemacht haben. Bei negativem Ausfall kann diese Untersuchung nach 6 Monaten wiederholt werden. Auch nach früheren Infekten und anderen Krankheiten sowie bestimmten Risikofaktoren wird gefragt. Diese Befragung wird über das Internet im kommenden Jahr wiederholt. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit zu einer Antikörpertestung bei Geschwistern und Eltern. 

Davon verspricht sich das Team fundiertere Kenntnisse über die Verbreitung des Virus unter Kindern/in Familien, den Verlauf der Erkrankung und evtl. Spätfolgen. Das Ziel ist, gefährdete Kinder und Menschen mit erhöhtem Risiko in Zukunft besser zu schützen sowie fundiert beurteilen zu können, wie groß das Risiko der Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten für alle ist. 

Kontakt:

corkid@klinikum-bochum.de

Weiterführende Informationen:

https://corkid.de/

Förderung:

CorKID wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Bescheid-Nr. 01KI20173). Für die Studie arbeiten mehrere kinderärztliche Praxen in NRW, das Institut für Humangenetik und das Institut für Virologie der Ruhr-Universität Bochum zusammen.

Durch eine Erkrankung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kann es neben den bekannten Erkältungssymptomen auch zu einer Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems mit zum Beispiel Bewusstseinsstörung oder Schlaganfall kommen. Ersten Hinweisen zur Folge kann aber auch das periphere Nervensystem und die Muskulatur betroffen sein. Dies kann sich in Symptomen wie Muskel- und Nervenschmerzen, Taubheit, Muskelschwäche oder autonome Symptome äußern. In dieser Studie soll erstens die Häufigkeit des Auftretens dieser Symptome als auch mögliche nachweisbare körperliche Veränderungen bestimmt werden. Dafür werden Patient*innen mit einer überstandenen Coronavirus-Infektion gesucht. Sie beantworten zunächst per Telefon oder im Internet erste Fragen. Einige Patient*innen werden dann gebeten, sich Untersuchungen der Muskeln und Nerven zu unterziehen. Nach drei, sechs, neun und zwölf Monaten erfolgt eine Nachbefragung. Sollten sich in den ersten Untersuchungen auffällige Befunde zeigen, wird nach sechs Monaten eine erneute neurologische Untersuchung durchgeführt.

Wissenschaftliche Kurzbeschreibung

Bei einem Viertel der mit dem SARS-CoV-2 infizierten Patient*innen werden neben den bekannten Beschwerden durch die Atemwegs- oder Lungenentzündung, neurologische Symptome beschrieben. Diese weisen zum einen auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hin, zum anderen auf eine anhaltende Beeinträchtigung des peripheren Nervensystems und der Skelettmuskulatur. So werden während einer COVID-19-Erkrankung Muskelschmerzen als fünfthäufigstes Symptom und Nervenschmerzen etwas seltener berichtet. Als mögliche Ursachen kommen ein direkter viraler Befall oder eine überschießende Reaktion des Immunsystems in Frage. Insgesamt finden sich in der Literatur jedoch nur wenige Daten zu neuromuskulären Erkrankungen oder Komplikationen im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen, insbesondere fehlen Daten zur Dauer der Beschwerden, zur Differenzierung der genauen Pathomechanismen (neurogen und/oder myogen), sowie auch über eine mögliche Reversibilität bzw. über postinfektiöse persistierende neuromuskuläre Beschwerden.

In der geplanten prospektiven Multizenterstudie „COUP19“ sollen Patient*innen nach überstandener Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 zu neuromuskulären Symptomen befragt werden. Mittels überregionalen medialen Aufrufes werden Patient*innen nach furchgemachter COVID-19-Erkrankung gebeten telefonisch oder online Fragen zu ihren abgelaufenen und anhaltenden Symptomen, vor allem die peripheren Nerven und die Muskulatur betreffend, zu beantworten. Anschließend werden einige dieser Patient*innen zu einem klinischen Untersuchungsblock aus validierten teils innovativen Verfahren eingeladen. Sie werden nach Vorhandensein oder Fehlen neuromuskulärer Symptome in zwei Gruppen eingeteilt. Nach der Erstuntersuchung werden die Patient*innen nach drei, sechs, neun und zwölf Monaten erneut telefonisch oder internet-basiert zum Verlauf befragt. Bei Detektion auffälliger Befunde in der ersten Untersuchung erfolgt zusätzlich eine Nachuntersuchung nach sechs Monaten mit den gleichen Methoden.

Projektleitung:

PD Dr. med. Christine Meyer-Frießem - christine.meyer-friessem@rub.de

Jun.-Prof. Dr. med. Elena Enax-Krumova - elena.krumova@rub.de

Weiterführende Informationen:

https://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00021677

Förderung:

"COUP19" ist ein Projekt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin sowie der Neurologischen Klinik und Poliklinik des BG Universitätsklinikums Bergmannsheil. Drittmittelförderung für die Studie ist beantragt.

 

Primäres Ziel dieses Projekts ist die klinische und serologische Charakterisierung von Patient*innen mit einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. COVID-19 unter besonderer Berücksichtigung von Patient*innen mit einer Immunsuppression. Begleitend erfolgt die Einrichtung einer studienspezifischen Biomaterialbank für klinische Daten und Bioproben von Patient*innen mit COVID-19 bzw. ihren zugehörigen Kontrollen, besonderes Augenmerk liegt hier auf onkologischen Patient*innen.

Für das Kollektiv sollen klinische Prognosefaktoren sowie Biomarker für einen schwerwiegenden Verlauf (z.B. zelluläre und humorale Immundefekte) identifiziert werden. Sekundär sollen Kontroll-Kollektive nicht-erkrankter Patient*innen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, in selben Maße untersucht werden, u.a. auch in Bezug auf mögliche Hinweise auf eine bereits durchgemachte Infektion.

Die im Rahmen dieses Projekts gewonnenen Daten und Biomaterialien stehen auf Anfrage für Forschungskooperationen, auch für nicht COVID-19-bezogene Forschung, zur Verfügung.

Projektleitung:

Prof. Dr. med. Anke Reinacher-Schick

Dr. med. univ. Oliver Overheu – o.overheu@klinikum-bochum.de

Weiterführende Informationen:

Die COVID-19-Biobank wird von der Medizinischen Klinik V – Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin am St. Josef-Hospital Bochum durchgeführt und geleitet.

Durchzuführende Sicherheitsmaßnahmen infolge der andauernden COVID-19-Pandemie fordern – neben vielen assoziierten Bereichen – ebenso Umstrukturierungen in universitären Lehrkonzepten der medizinischen Lehre. Derartige Maßnahmen der Infektionsprävention zielen auf notwendige Einschränkungen der Präsenzlehre zur Kontaktbegrenzung und fordern somit eine vollständige Digitalisierung entsprechender Kurskonzepte. Dass lauter werdende Forderungen nach professionalisierten digitalen Lernangeboten jedoch zunächst ein genaueres Verständnis ihrer Implikationen voraussetzen, sollte im Sinne einer nachhaltigen Wissensvermittlung nicht in den Hintergrund treten. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten beleuchtete bereits entscheidende Zusammenhänge zwischen dem physiologischen Erregungszustand in Assoziation zur Stressreaktion und den daraus resultierenden Auswirkungen auf Lern- und Gedächtnisprozesse.
Unklar ist jedoch, inwieweit sich stressassoziierte physiologische Parameter der Studierenden in Online-Kurskonzepten von Teilnehmer*innen in Präsenzlehre unterscheiden und welche Rolle diese Differenzen in der Aufrechterhaltung des Lernprozesses einnehmen.
Um Unterschiede in stressassoziierten physiologischen Parametern der Studierenden in Online- und Präsenzveranstaltungen hinsichtlich dieser Fragestellung vergleichen zu können, bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen eines Lehrkonzeptes, das – im Sinne einer genauen Vergleichbarkeit – dieselben Inhalte sowohl in Präsenz als auch in der Online-Übertragung zeitsynchron anbietet: Hierzu eignet sich im besonderen Maße das im Rahmen digitaler Umstrukturierungen modifizierte Blended-Learning Kurssystem der Mikroskopischen Anatomie der Ruhr-Universität Bochum, das sich durch ein im Wochenrhythmus rotierendes Kurssystem auszeichnet, sodass für die eingeteilten Studierendengruppen ein Online-Kurstag auf einen Präsenz-Kurstag folgt.
Die zentral zu untersuchenden abhängigen Variablen des beschriebenen Forschungsdesigns sind die Herzratenvariabilität (HRV) und Messungen des freien Speichelcortisols. Die HRV, auch Herzfrequenzvariabilität, kann als Summe von Oszillationen der R-R- Intervalle verstanden werden und stellt als nicht-invasives Instrument einen bereits etablierten quantitativen Marker zur Erfassung kardialer Regulation durch das autonome Nervensystem dar. Das Glukokortikoid Cortisol ist ein neuroendokrines Korrelat der Stressreaktion, das durch die HPA-Achse gesteuert wird. Das Hormon dient der Bereitstellung von Energie in Stresssituationen, indem es – unter anderem – katabole Stoffwechselprozesse aktiviert, in deren Folge der Glukosespiegel im Blut ansteigt.
Das beschriebene Forschungsvorhaben knüpft an der Schnittstelle zwischen Einschränkungen in der Präsenzlehre und Aufrechterhaltung der Lehrqualität an, um das Konzept der Teilpräsenz unter Einbeziehung physiologischer Erregungszustände ganzheitlich zu evaluieren und die Ergebnisse hinsichtlich vorzunehmender Optimierungen der Online-Lehre zu verwenden – insbesondere in Bezug auf künftig vorzunehmende Kontaktbegrenzungen im Sinne der Infektionsprävention.

Projektleitung:

Prof. Dr. Beate Brand-Saberi - Beate.Brand-Saberi@ruhr-uni-bochum.de

Morris Gellisch - Morris.Gellisch@ruhr-uni-bochum.de

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Wolfgang H. Kirchner - RUB

Prof. Dr. Oliver T. Wolf - RUB

Prof. Dr. Martin Brüne - UK RUB

Dr. Nina Minkley - RUB

Weiterführende Informationen:

https://www.anatomie.ruhr-uni-bochum.de/de/gellisch/

Förderung:

Dies ist ein Projekt der Abteilung für Anatomie und Molekulare Embryologie und wird finanziert über FoRUM (Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät) und movisens GmbH - Produkte und Dienstleistungen für ambulantes Assessment und mobiles Monitoring in der Forschung. Koordiniert wird das Projekt federführend von Herrn Morris Gellisch.

Das Projekt ELISA schließt an den Förderaufruf zur Erforschung von COVID-19 im Zuge des Ausbruchs von Sars-CoV-2 an und nimmt mit Hauptaugenmerk auf den Einsatz von Live-tracking-Applikationen („Proximity Tracing“) unter Hinzuziehung des Konzepts der informierten Zustimmung („informed consent“) eine empirisch informierte ethische Abwägung vor. Im Zentrum der „Anti-Corona-Apps“ steht die kontinuierliche Überwachung von individualisierten Vitalwerten, die standort- und algorithmus-basiert Symptome erkennbar machen, die bei einer Coronavirus-Infektion relevant sein können. Während Livetracking von einigen als Schlüsseltechnologie zur Eindämmung der Pandemie angesehen wird, erkennen andere verschiedene Risiken in der individualisierten Überwachung von Körperwerten.

Mit Blick auf das gesundheitspolitisch gesetzte Ziel der Verlangsamung der Ausbreitung von SARS-CoV-2, ist es das Ziel des Projekts ELISA, im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie ein differenziertes Stimmungsbild hinsichtlich der Chancen und Risiken des Einsatzes des digitalen Proximity-Tracings zu zeichnen, um auf dieser Grundlage anschließend eine ethische Analyse vorzunehmen. Die im Rahmen der Studie erarbeiteten Ergebnisse werden Professionellen, politischen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung zugänglich gemacht. Hierzu werden 20 semistrukturierte Expert*innen-Interviews mit Professionellen aus unterschiedlichen Feldern geführt: u.a. aus Facharztverbänden und Ärztekammern, aber auch mit Gesellschaftswissenschaftler*innen, IT-Spezialist*innen, Datenschutzbeauftragten, Online-Aktivist*innen und Künstler*innen. Die Ergebnisse der Datenerhebung, insbesondere ihre Einschätzungen zu Chancen, Risiken und Gefahren, fließen iterativ in die nachfolgende normative Analyse ein, die nach der Zulässigkeit und den Gelingensbedingungen der informierten Zustimmung von Nutzern zum Livetracking fragt.

Das Projekt splittet sich in drei Teilziele auf, in eine:

  1. Systematisch-Explorative Untersuchung der Bewertung des Einsatzes von Livetracking im Rahmen der SARC-CoV-2 Pandemie mittels einer qualitativen Interviewstudie
  2. Ethische Analyse über die Zulässigkeit von Livetracking-Applikationen unter besonderer Berücksichtigung der Bedingungen informierter Zustimmung seitens der Nutzer*innen
  3. Empirisch-Informierte Erstellung von Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Technologie bzw. den Umgang mit ihr.

Kontakt:

Dr. Dennis Krämer - dennis.kraemer-u9b@rub.de   

Dr. Joschka Haltaufderheide - joschka.haltaufderheide@rub.de

Weiterführende Informationen:

https://elisa-projekt.blogs.ruhr-uni-bochum.de/  

https://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow/index.html.de   

Förderung:

Das ELISA-Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und gemeinsam geleitet von Dr. Dennis Krämer und Dr. Joschka Haltaufderheide vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin (Leitung Prof. Dr. Dr. Vollmann).

In diesem Vorhaben des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - kurz IPA - wird der Einfluss verschiedener Maskentypen zum Schutz vor SARS-CoV-2 auf die Leistungsfähigkeit und das subjektive Befinden von körperlich und kognitiv arbeitenden Beschäftigten untersucht. Die Studie kann dazu beitragen, mögliche gesundheitliche Effekte und Befindlichkeitsstörungen durch längeres Tragen der Masken bei unterschiedlichen Tätigkeiten aufzuzeigen. Die erwarteten Ergebnisse sind auch geeignet, die vorliegenden Empfehlungen für eine Tragezeitbegrenzung bzw. Gebrauchsdauer zu überprüfen.

Projektkoordination:

Prof. Dr. Jürgen Bünger - buenger@ipa-dguv.de 

Projektleitung:

Eike Marek - marek@ipa-dguv.de

Weiterführende Informationen:

https://www.ipa-dguv.de/ipa/forschung/projektesammlung/ipa-178-maskenstudie.jsp

Die erste SARS-CoV-2-Infektionswelle traf Deutschland im Frühjahr 2020 und stellte Beschäftigte und Unternehmen vor neue Herausforderungen. Im April 2020 formulierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Gemeinsam mit den branchenspezifischen Ergänzungen half dieser, den Infektionsschutz in Unternehmen zu regeln und Beschäftigte in den Betrieben wirksam vor dem Coronavirus zu schützen. Erwartungsgemäß ist das Infektionsrisiko branchenabhängig variabel. Neben dem Gesundheitssektor ist ausländischen Untersuchungen zu Folge auch bei Beschäftigten anderer Branchen mit direktem Kundenkontakt die Wahrscheinlichkeit für einen positiven SARS-CoV-2-Test erhöht. Zusätzlich zu der Sorge vor einer SARS-CoV-2-Infektion können sich die Neugestaltung des Arbeitsalltags aufgrund der eingeleiteten Präventionsmaßnahmen, Kurzarbeit oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes als Belastung der Beschäftigten aller Branchen erweisen.

Diese Studie des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - kurz IPA - hat das Ziel die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie in den Branchen Einzelhandel, Industrie, Finanzwesen, Öffentlicher Personennahverkehr und Öffentlicher Dienst zu untersuchen. Auf Basis dieser Analyse könnten Strategien abgeleitet werden, um das Vorgehen der Unfallversicherungsträger in zukünftigen Pandemien zu verbessern und die Belastung der Beschäftigten in einer solchen Extremsituation zu verringern.

Projektkoordination:

Dr. Swaantje Casjens - casjens@ipa-dguv.de  

Dr. Dirk Taeger - taeger@ipa-dguv.de

Prof. Dr. Thomas Behrens - behrens@ipa-dguv.de

Weiterführende Informationen:

https://www.ipa-dguv.de/ipa/forschung/projektesammlung/ipa-177-covid-19.jsp

In einer Online-Studie untersuchen wir, welche Auswirkungen die wegen der Corona-Pandemie notwendigen Kontaktbeschränkungen für Menschen mit Hochsensibilität haben. Menschen mit Hochsensibilität erleben die Welt um sich intensiver. Sie bemerken Details schneller, nehmen Gefühle anderer stärker war und reagieren empfindsamer auf das, was sie erleben. Zugleich fühlen sie sich von Lärm und Durcheinander schneller überfordert, meiden Menschenansammlungen und sind in neuen Situationen eher zurückhaltend. Oft führen diese intensiven Eindrücke auch zu Stress und dem Wunsch nach sozialem Rückzug. Hochsensibilität scheint Ausdruck einer allgemeinen Umweltsensitivität zu sein, durch die sowohl positive wie auch negative Erfahrungen besonders starken Einfluss auf die psychische Gesundheit haben.


Aus persönlichen Berichten wissen wir, dass Menschen mit Hochsensibilität den Lockdown sehr unterschiedlich erleben. Manche treffen die Belastungen besonders stark, anderen fällt der notwendige soziale Rückzug weniger schwer, weil er für sie Teil ihres normalen Alltags ist. Doch welche Erfahrungen überwiegen und was unterscheidet möglicherweise die verschiedenen Gruppen? Welche langfristigen Auswirkungen hat die Pandemieerfahrung für Menschen mit Hochsensibilität und welche Ressourcen und Risikofaktoren beeinflussen diese?


Die erste Phase der Online-Befragung lief bis Ende Mai 2021. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich im September 2021 vorliegen. Sie sollen verstehen helfen, welche Auswirkungen die Erfahrungen der Pandemie auf Menschen mit einer hohen Umweltsensitivität haben.


Kontakt:

Dr. Vanessa Lux - vanessa.lux@rub.de

Weiterführende Informationen:

Das Projekt "Hochsensibilität im Lockdown" wird durchgeführt in der Abteilung "Genetic Psychology" der Fakultät für Psychologie.

Im Projekt OrganSARS werden aus induzierten pluripotenten Stammzellen humane Lungenorganoide differenziert und nachfolgend mit SARS-CoV-2 infiziert, um Virus-abhängige Mechanismen wie Zelltyp-spezifische Virus-Replikation, Entzündung sowie die Relevanz bekannter und neuer antiviraler Substanzen zu analysieren.

Versuche an Mäusen oder 1- bis 2- dimensionale Zellkulturen sind in ihrer Wirksamkeit beschränkt, wenn pathogene virale Infektionen an Menschen untersucht werden sollen. Primärkulturen ausgesät in einer "Luft-Flüssigkeit Interphase", bieten viele Vorteile gegenüber klassischen Zellkulturen. Diese Kulturen werden aus humanem Lungen-Biopsie-Material gewonnen und zeichnen sich durch hohe inter-individuelle Unterschiede aus. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeit sind sie allerdings nicht für Hochdurchsatz-Screening Experimente geeignet.

Stammzell-Technologien eröffnen ein vielversprechendes neues Modell: humane Lungen-Organoide, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen differenziert werden können. Diese Organoide leiten sich von humanen Zellen ab, und lassen sich in großen Mengen generieren, wobei alle Lungen-Organoide den gleichen genetischen Hintergrund aufweisen. Sie bieten somit ein sehr verlässliches 3D-Modell, das es auch ermöglicht, komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Zelltypen des Lungengewebes zu untersuchen. Im Rahmen des Projekts wird dieses Modell mit dem Ziel des Aufbaus eines Hochdurchsatz-Verfahrens mit geringer Variabilität weiter entwickelt, um SARS-CoV-2-Infektionen zu untersuchen.

Es werden sowohl die virale Replikation und Pathogenese, sowie Entzündungs-Mechanismen und Cytokin-Expression in Lungen-Organoiden untersucht. Des Weiteren werden Infektionsraten in Abhängigkeit der Applikation antiviraler Substanzen (remdesivir, camostat, chloroquine) sowie einer Bibliothek neuer Substanzen analysiert. Mittels hochauflösender Mikroskopie werden die genannten Virus-Organoid Interaktionen und Mechanismen untersucht.

Kontakt:

Prof. Dr. Stephanie Pfänder - Stephanie.Pfaender@rub.de    

Weiterführende Informationen:

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/organsars-analyse-der-sars-cov-2-infektion-in-humanen-lungen-organoiden-11713.php

Förderung:

Das OrganSARS-Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und geleitet von Prof. Dr. Stephanie Pfänder.

Presse:

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf den Alltag zahlreicher Menschen aus. Zusätzlich zu den Einschränkungen und Maßnahmen, stehen niedergelassene Praxen vor weiteren Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Fehlende Schutzausrüstung, mögliches Unverständnis seitens der Bevölkerung, aber auch Mehrarbeit und Personalmangel zeichnen sich im Arbeitsalltag vieler Praxisteams ab. Ziel der PIPER-Studie ist, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsalltag von Hausärzt*innen und deren Mitarbeiter*innen zu erheben, um zu ergründen, welche Folgen daraus entstanden sind. Geplant sind Telefoninterviews in einem Umfang von jeweils 30 bis 45 Minuten. In diesen Interviews können Ärzt*innen und MFAs von ihren persönlichen Erfahrungen der vergangenen Monate in Bezug auf die Pandemie berichten. Die Interviews sollen Erfolgsbeispiele, aber auch Herausforderungen aufzeigen. Die Kolleg*innen aus den Hausarztpraxen leisten mit der Teilnahme an unserem Projekt einen Beitrag, die Bedürfnisse von niedergelassenen Praxen sichtbar zu machen und dadurch mögliche Versorgungslücken zu identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen die hausärztliche Patient*innenversorgung während einer Pandemie zu optimieren.

Forschungsfrage:

Wie wirkt sich das Pandemiemanagement während der Corona-Pandemie auf den beruflichen Alltag von Praxisteams aus?

Projektkoordination:

Jun.-Prof. Dr. sc. med. Ina Otte - ina.otte@rub.de

Anastasia Suslow - anastasia.suslow@rub.de

Kontakt:

piper-allgemeinmedizin@rub.de

Förderung:

PIPER ist ein Projekt der Abteilung für Allgemeinmedizin und wird finanziert über FoRUM (Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät).

Das Nationale Pandemie Kohorten Netz (NAPKON) schafft gemeinsam mit weiteren Komponenten des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) grundlegende Infrastrukturen für das erfolgreiche Verständnis und damit für die Bekämpfung von Pandemien am Beispiel der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).


Mit diesen Infrastrukturen ist es möglich sowohl Bioproben - wie Blut, Speichel und Urin - als auch klinische Daten geordnet zu sammeln und anschließend systematisch auszuwerten. Die Sammlung von Biomaterial und klinischen Daten stellen das Grundgerüst für die Erforschung einer Erkrankung dar. Durch die geschaffenen Infrastrukturen können zukünftige Pandemien zügig erforscht werden.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. med. Wolfgang E. Schmidt - wolfgang.schmidt@klinikum-bochum.de

Studienarzt:

Christian Schütte - christian.schuette@klinikum-bochum.de

Pressekontakt:

Dr. Jürgen Frech - juergen.frech@klinikum-bochum.de

Weiterführende Informationen:

https://napkon.de/

Förderung:

Das Projekt wird im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und am Standort Bochum von Prof. Dr. med. Wolfgang E. Schmidt, Leitung der Inneren Medizin am St. Josef-Hospital Bochum, koordiniert. Die aufgebaute Infrastruktur soll auch nach der COVID-19-Pandemie erhalten bleiben und für die Erforschung weiterer pandemischer Erkrankungen zur Verfügung stehen.

Presse:

Ziel des Netzwerks ist eine landesweite strukturelle Stärkung der Virologie und Infektionsmedizin in Nordrhein-Westfalen durch standortübergreifenden Austausch zunächst mit einem aktuellen Schwerpunkt auf SARS-CoV-2/COVID-19. Durch die koordinierte Weiterentwicklung von drei Leitthemen und eine gemeinsame Kommunikationsebene soll die klinisch-virologische Forschung und langfristig die Versorgung von Patient*innen mit verschiedenen Virusinfektionen gestärkt werden.

Der Bochumer Standort unter Beteiligung der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie wird die Koordination des Leitthemas „Stabilität von SARS-CoV-2 und mögliche Inaktivierungsverfahren“ übernehmen. Hierbei sollen u.a. Laborversuche zur Stabilität und Infektiosität des Virus in verschiedenen Umgebungen sowie unter verschiedenen Umwelteinflüssen untersucht werden, um mögliche Einblicke in Übertragungswege von SARS-CoV-2 zu erlangen.

Dies beinhaltet u.a. folgende Fragestellungen:

  1.  Können Viren auf Oberflächen, in Abwässern und der Luft in Haushalten mit bekannten SARS-CoV-2-Infektionen nachgewiesen werden?
  2.  Kann infektiöses Material in COVID-19-Patientenzimmern detektiert werden und welche Rolle spielen Schmierinfektionen?
  3.  Wie lange können infektiöse Viren auf unbelebten Flächen nachgewiesen werden?
  4.  Welche Dekontaminationsverfahren können Coronaviren auf FFP2/FFP3-Masken effizient eliminieren?
  5.  Welche neuen Inaktivierungsverfahren wirken gegen SARS-CoV-2?

Die VIRAL-Forschungsallianz erlaubt eine enge Vernetzung mit den anderen beteiligten Standorten und ermöglicht die Harmonisierung von Datensätzen, den Austausch von Bioproben und Laborprotokollen sowie die Durchführung standortübergreifender Analysen.

Kontakt:

Prof. Dr. Eike Steinmann - eike.steinmann@rub.de

Förderung:

Die Forschungsallianz "VIRAL" wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.